SWG in weiteren Spezifischen Programmen
Im Folgenden wollen wir Ihnen einige Informationen zu Förderungsmöglichkeiten von sozial-, wirtschafts- und geisteswissenschaftlichen Themen innerhalb des 7. Forschungsrahmenprogramms, die sich auch außerhalb des Themas 8 im Spezifischen Programm "Kooperation" des 7. FRP und in anderen europäischen Programmen bieten, vorstellen:
Das Spezifische Programm "Ideen" (ERC)
Das Spezifische Programm "Menschen"
Das Spezifische Programm "Kapazitaeten"
Das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT)
Der ERC ("European Research Council", dt. "Europäischer Forschungsrat") fördert eine als Pionierforschung oder "Frontier Research" bezeichnete grundlagenorientierte Forschung. Der Begriff steht zur Verdeutlichung des neuen Verständnisses einer bahnbrechenden und visionären Forschung, bei welcher die Grenzen zwischen Grundlagen und angewandter Forschung, zwischen klassischen Disziplinen und zwischen Forschung und Technologie aufgehoben werden.
Innerhalb des ERC werden zwei Förderlinien ausgeschrieben:
- Starting Independent Researcher Grant (für NachwuchswissenschaftlerInnen ab 3 bis 8 (im Ausnahmefall 11) Jahre nach der Promotion
- Advanced Investigator Grant
Der ERC ergänzt die thematischen Bereiche des Forschungsrahmenprogramms mit Fördermaßnahmen, die es WissenschaftlerInnen erlauben, Projektvorschläge völlig themenoffen und ohne unmittelbare Anwendung durchzuführen. Der Europäische Mehrwert erschließt sich aus der Exzellenz der zu fördernden Projekte.
Für sozial-, wirtschafts- und geisteswissenschaftliche Themen hat der ERC mehrere Panels eingerichtet:
SH1 Individuals, institutions and markets: economics, finance and management
SH2 Institutions, values, beliefs and behaviour: sociology, social anthropology, political science, law, communication, social studies of science and technology
SH3 Environment and Society: environmental studies, demography, social geography, urban and regional studies
SH4 The Human mind and its complexity: cognition, psychology, linguistics, philosophy and education
SH5 Cultures and cultural production: literature, visual and performing arts, music, culture, and comparative studies
SH6 The Study of the human past: archaeology, history and memory
Für weitere Informationen zu den Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften im ERC stehen Ihnen Frau Schindler-Daniels (NKS SWG, Tel. 0228 3821 641), Frau Scherer (NKS SWG, Tel. 0228 3821 701) oder die
Nationale Kontaktstelle ERC zur Verfügung.
Das Spezifische Programm "Menschen" mit den darin enthaltenen Marie Curie-Maßnahmen zielt, in Anknüpfung an die erfolgreichen Maßnahmen der vorhergehenden Forschungsrahmenprogramme auf eine weitere qualitative und quantitative Stärkung der Humanressourcen in der europäischen Forschung durch Schaffung von Möglichkeiten im Bereich der Forschungsausbildung und -weiterbildung, Mobilität und Laufbahnentwicklung ab.
Zielsetzungen/ Forschungsschwerpunkte:
Es sind insgesamt fünf Maßnahmenbereiche vorgesehen, die sich an unterschiedliche Forschungserfahrungsstufen richten bzw. unterschiedliche Schwerpunkte adressieren.
-
Forschererstausbildung: Strukturierte Erstausbildung, insbesondere auch von Doktoranden, durch Netzwerke von Einrichtungen mit einem gemeinsamen Forschungsausbildungsprogramm (Networks for Initial Training).
-
Lebenslange Ausbildung und Laufbahnentwicklung: Erweiterung der Kompetenzen erfahrener europäischer Forscher insbesondere durch Förderung grenzüberschreitender individueller Projekte (Intra-European Fellowships for Career Development) sowie durch Beihilfen zur Wiedereingliederung und durch die Kofinanzierung nationaler und regionaler Programme im Bereich Forschungsausbildung und Karriereentwicklung.
-
Wege und Partnerschaften zwischen Industrie und Akademia: Verstärkung des intersektoralen Wissens- und Personalaustauschs durch grenzüberschreitende Kooperationen von Einrichtungen aus dem akademischen und dem industriellen Bereich (Industry-Academia Partnerships and Pathways).
-
Internationale Dimension: Unterstützung der Laufbahnentwicklung europäischer Forscher (International Outgoing Fellowships for Career Development und International Reintegrations Grants) sowie der Zusammenarbeit mit internationalen Forschern (International Incoming Fellowships sowie ab 2008 Kooperationen mit Einrichtungen in ausgewählten Staaten).
-
Besondere Maßnahmen: Ergänzende Maßnahmen, u.a. zur Beseitigung von Mobilitätshindernissen und zur Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung des Forscherberufs (z.B. Marie Curie Awards, European Researchers Night).
Für weitere Informationen den Beteiligungsmöglichkeiten von Sozial-, Wirtschafts- und GeisteswissenschaftlerInnen stehen Ihnen die AnsprechpartnerInnen der Nationalen Kontaktstelle Menschen "Marie Curie Maßnahmen" zur Verfügung.
zurück zum Seitenanfang
Das Spezifische Programm "Kapazitäten" mit einem Gesamtbudget von 4.097 Mio.€ beinhaltet die folgenden Programme:
- Forschungsinfrastrukturen
- Forschung zugunsten von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)
- Wissensorientierte Regionen
- Forschungspotenzial
- Wissenschaft in der Gesellschaft
- Kohärente Entwicklung der Forschungspolitik
- Maßnahmen der internationalen Zusammenarbeit
- Regionale Dimensionen
- Synergien zwischen Strukturfonds, CIP und FRP
Das Programm dient der Verbesserung der Forschungs- und Innovationskapazitäten europaweit sowie der ihrer optimalen Nutzung. In einigen Bereichen des Spezifischen Programms "Kapazitäten" sind gegenwärtig Ausschreibungen geöffnet, in denen sich Topics mit sozioökonomischem Bezug finden:
Forschung zugunsten von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU):
Einige Aspekte sind bei den Maßnahmen unter "Forschung zu Gunsten von KMU" besonders hervorzugeben:
- Es gibt keine Vorgaben für die wissenschaftlich/technischen Themen der Projekte (daher ist dieser Bereich auch relevant für Sozial-, Wirtschafts-und GeisteswissenschaftlerInnen)
- Die Unternehmen (oder die Verbände von KMU) erhalten die ausschließlichen Rechte an den Ergebnissen.
- Die Forschungseinrichtungen werden abweichend von den sonst gültigen Regelungen im Forschungsrahmenprogramm vollständig bezahlt.
-
Weitere Informationen erhalten Sie bei der Nationalen Kontaktstelle KMU.
Wissensorientierte Regionen
Hintergrund des Programms "Wissensregionen" ist eine erfolgreiche Pilotaktion des Europäischen Parlaments 2003. Im 6. Forschungsrahmenprogramm wurde die Maßnahme als Ausschreibung innerhalb des Programms "Coherent development of policies" weitergeführt. Ziel der Maßnahme ist, regionale Entscheidungsträger mit Informationen zur Forschungsleistung ihrer Region zu versorgen und Investitionsstrategien in F&E zu entwickeln.
Im 7. Forschungsrahmenprogramm wurde diese Maßnahme zum eigenen Programm, der Schwerpunkt liegt vor allem auf die Stärkung bestehender und die Bildung neuer regionaler "F&E Cluster". Geplante Aktivitäten sind dabei:
- Analyse, Entwicklung und Durchführung von Forschungsprogrammen für und zwischen regionalen Clustern.
- Mentoring von Regionen. Wissenstransfer zw. unterschiedlich entwickelten Regionen.
- Initiativen, um die Integration von Forschungsakteuren in die regionale Wirtschaft zu verbessern.
Weitere Informationen erhalten Sie bei der Nationalen Kontaktstelle Wissensregionen.
Wissenschaft in der Gesellschaft
In den letzten Jahren hat die Einbeziehung von gesellschaftsrelevanten Belangen in wissenschaftliche und technologische Entwicklungen in die europäische Forschungspolitik Einzug gehalten und hat zu einer demokratischen Debatte der Wechselbeziehungen von Wissenschaft und Gesellschaft geführt. Eine für Wissenschaft und Technologie offene und sensibilisierte Öffentlichkeit ist in der Lage, Bedürfnisse an Wissenschaft und Technologie zu stellen, als auch die Errungenschaften von Wissenschaft und Technologie und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft anzuerkennen. Die führt zu einem fruchtbaren Dialog zwischen der Wissenschaft und der Gesellschaft. Im Rahmen des 6. EU-Forschungsrahmenprogramms (6. FRP) wurde diesen Fragestellungen mit der Einführung einer eigenen Förderlinie mit dem Titel "Wissenschaft und Gesellschaft" Rechnung getragen. Im 7. FRP wird diese Maßnahme mit dem Bereich "Wissenschaft in der Gesellschaft" weitergeführt und ausgebaut.
"Wissenschaft in der Gesellschaft" wird durch folgende Initiativen implementiert:
- Politikrelevante Maßnahmen und Forschung im Rahmen des Programms Wissenschaft in der Gesellschaft
- Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten zur Identifizierung von gemeinsamen Zielen
- Auswirkungen von gesellschaftsrelevanten Aspekten auf das gesamte Forschungsrahmenprogramm
-
Weitere Informationen erhalten Sie bei der Nationalen Kontaktstelle Wissenschaft in der Gesellschaft.
zurück zum Seitenanfang
-
-
-
Das "European Institute of Innovation and Technology (EIT)" ist eine neuartige Initiative der Europäischen Union, deren Aufgabe in der Schaffung von Synergien zwischen den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation, dem sogenannten Wissensdreieck durch die Förderung und den systematischen Aufbau von eigenständigen Netzwerken der leistungsfähigsten Forschungsinstitute, Universitäten und Partnern aus der Industrie besteht.
Dabei unterscheidet sich das EIT in wesentlichen Aspekten von den Programmen unter dem Dach des 7. Forschungsrahmenprogramms.
Ziel des EIT ist es, die bereits genannten Synergien des Wissensdreiecks durch Förderung und systematischen Aufbau von Netzwerken zu stärken. Unter Innovation wird dabei ein Prozess verstanden, mit dem neue Ideen hervorgebracht werden, die auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedürfnisse ausgerichtet sind, so dass daraus neue Produkte, Dienstleistungen oder Geschäfts- und Organisationsmodelle entstehen, die erfolgreich in bestehende Märkte eingeführt werden oder gar die Schaffung neuer Märkte ermöglichen.
Die Auswahl der besten Institutionen und Netzwerke soll dabei ausschließlich nach den Kriterien der Exzellenz und des Innovationspotenzials im Rahmen eines offenen, wettbewerbsorientieren Verfahrens erfolgen. Die Verbindung solcher Netzwerke zu europäischen "Wissens- und Innovationsgemeinschaften" ("Knowledge and Innovation Communities" -KICs) bestehend aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Industriepartnern sollen beispielsweise zu Themen wie Klimawandel, erneuerbare Energien oder der kommenden Generation von Informations- und Kommunikationstechnologien eine mittel- bis langfristige Innovationsplanung entwickeln und bieten aufgrund der zu erwartenden weitgefächerten Herangehensweise an diese Themen auch Beteiligungsmöglichkeiten für WissenschaftlerInnen aus den Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften.
Aufgabe eines KICs ist die internationale Wettbewerbsfähigkeit Europas zu verbessern. Die KICs organisieren die verschiedenen Teile der Innovationskette und fördern den Transfer der Tätigkeiten in den Bereichen Hochschulbildung, Forschung und Innovation zu den Unternehmen und deren kommerzielle Nutzung.
Dabei soll ein KIC in seiner internen Struktur und Verwaltung unabhängig sein und eine Laufzeit von sieben bis fünfzehn Jahren haben. Interne Organisation und Zusammensetzung sowie der Zeitplan und die Arbeitsmethoden werden durch jedes KIC selbst bestimmt.
Darüber hinaus ist eine Beteiligung von weiteren Partnern - auch aus Drittstaaten - während seiner gesamten Laufzeit durch die offene Struktur des Instruments jederzeit möglich. Teilnehmer eines KICs können Einrichtungen sein, die im Wissensdreieck von Hochschulbildung, Forschung und Innovation tätig sind, mindestens jedoch drei Partnerorganisationen, die in mindestens zwei verschiedenen Mitgliedstaaten ansässig sein müssen.
-
Das Gesamtbudget für die Durchführung des EIT wurde auf 308,7 Mio. € für den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2013 festgelegt.
Das EIT setzt sich aus einem Verwaltungsrat mit 18 hochrangigen Mitgliedern aus den Bereichen Hochschulbildung, Forschung, Innovation und der Wirtschaft (darunter z.Z. auch zwei Vertreter aus Deutschland), einem für vier Jahre amtierenden Direktor sowie einer internen Auditstelle zusammen.
Die zweite Ausschreibung erfolgt nicht vor 2011.
Weitere Informationen finden Sie unter: http://eit.europa.eu/ oder http://www.forschungsrahmenprogramm.de/eit.htm
Die Verordnung (EG) Nr. 294/2008 vom 11. März 2008 zur Errichtung des Europäischen Innovations-und Technologieinstituts finden Sie hier.
-
zurück zum Seitenanfang
-
-
-